Im Rückblick danke sagen
Vorhin erreichte mich per Mail folgende Nachricht:
So gibt es bestimmt viele, die dieser Tage zurückblicken. Die Bilder von Pfarrer Ballwegs Grab, die mir Ingrid Tichy vor ein paar Tagen sandte, sprechen auch eine eigene Sprache: von Erinnerung, Dankbarkeit und immer noch bleibt da ein Staunen, ein Nicht-Fassen-Können.
Anlass, kurz innezuhalten und Rückschau zu halten. Alte Bilder fielen mir dieser Tage wieder in die Hand und der Hinweis auf ein Lied, das er gern gemocht hat:
wie schnell die Zeit vergeht.
Die Jahre zieh’n vorüber wie der Wind.
Auf jeder meiner Reisen hab ich es gespürt,
ihr steht zu mir, wohin mein Weg auch führt.
So viele schöne Bilder.
Ich schaue gern zurück.
Ich reiste viel und sah die ganze Welt.
Dass ihr mir immer treu wart,
dass ist mein größtes Glück.
Das ist es auch, was heute für mich zählt.
Dankeschön, für all die vielen Jahre.
Ihr wart immer für mich da.
Dankeschön, will ich euch heute sagen.
Meine Freunde, wo wär ich ohne euch?
Die Melodie dieses Liedes von Roger Whittaker (zu dem ich bestimmt nie einen Zugang gefunden hätte, wäre es nicht so verknüpft mit dem 30.5.2009 und würde der Text nicht dermaßen gut passen), geht mir dieser Tage oft im Kopf herum.
Auch meinen alten Blog-Eintrag habe ich nochmals angeschaut. Vor einem Jahr schrieb ich:
Zusammenkommen
Beeindruckt hat mich besonders die Predigt, die Pfarrer Ballweg gerade vor einer Woche, zum 7. Sonntag der Osterzeit, gehalten hat. Heute haben wir sie noch einmal gehört. Thema war ausgerechnet das Abschiednehmen! Es ging zunächst (im Evangelium) um die Abschiedszeit, die Jesu Jünger in den neun Tagen zwischen Himmelfahrt und Pfingsten erleben: ...
Ich glaube, das war ihm wirklich besonders wichtig: Dass Gemeinde ein Ort sein soll, wo man "gute Freunde" findet, dass hier "niemand allein" bleiben muss. Den Text dieses Schlagers, der so gern und oft zu Festen mit ihm erklungen ist, den hat er, denke ich, sehr ernst gemeint: dass wirklich gute Freunde niemand trennen kann und dass man mit echten Freunden nie allein ist.
Dass seine letzte Predigt ausgerechnet vom Abschiednehmen gehandelt hat, hat schon sehr berührt. Aber auch die Botschaft, von der ich meinte, dass ich sie als seine Bitte an uns herauslesen konnte:
Ein Schritt nach vorne
Das Gebet also. Beten ist ein Schritt nach vorne. Das Gebet für ihn, das Gebet des Danks, das Gebet für die, die um ihn trauern, also auch irgendwie für uns. Beten ist ein Schritt nach vorne.
Raum der Trauer
Dieses eine Jahr ist jetzt um - und ich muss sagen: Vieles von dem ist so geworden, wie es hier steht. Es gab diesen Raum, miteinander zu trauern; es gab und gibt Freundschaft und neues Zusammenkommen: Ja, viel Neues hat begonnen - und in der Tat sind wir zusammen sehr oft mit der Frage konfrontiert: Was ist uns wichtig?
Pfingsten dieses Jahr
Die Predigt, die wir dieses Jahr an Pringsten (in Sankt Hedwig von Pfarrer Schmidt) gehört haben, hat das auch auf den Punkt gebracht. Lange haben wir später noch darüber nachgedacht und gesprochen: Wenn die Jünger hinter verschlossenen Türen geblieben wären, darauf geachtet hätten, dass möglichst alles so bleibt, wie es war (und vor allem: bloß keine Fremden!) - dann wäre von der Sache Jesu heute nicht mehr viel zu hören. Es ist nicht immer der Heilige Geist, der uns sagen lässt: bloß nichts ändern, bloß nicht die Ruhe stören.
Das gab mir zu denken. (Mir fielen einige Beispiele ein, wo ich es mir gern lieber bequem einrichte, statt mich auf Neues einzulassen und die Geister zu unterscheiden.) Dass es aber auch viel an Bereitschaft gibt, aufeinander zuzugehen, das habe ich gerade in diesem vergangenen Jahr in unserer Gemeinde erfahren.
Hinausgehen
So wie vor einem Jahr will ich auch jetzt noch einmal das Ende der letzten Don-Roberto-Predigt nachklingen lassen - nun im Rückblick betrachtend: