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06.09.2009

Einsatz für die Menschlichkeit

In der heutigen ersten Lesung aus dem Buch Jesaja (35,4-7a) wird beschrieben, was geschehen wird, wenn Gott einmal sein Werk vollendet. Während in der Gegenwart viele Menschen blind, taub und stumm sind, wird es am Ende der Zeit Heilung geben:

Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott! Die Rache Gottes wird kommen und seine Vergeltung; er selbst wird kommen und euch erretten. Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen. Dann springt der Lahme wie ein Hirsch, die Zunge des Stummen jauchzt auf. In der Wüste brechen Quellen hervor, und Bäche fließen in der Steppe.

Das Wort von der "Rache" klingt freilich hart in unseren Ohren und ist nicht so recht das, was wir zu hören hoffen...

In der zweiten Lesung (Jak 2,1-5) wird schon deutlich, welches Verhalten wir an den Tag legen sollten, damit es dem Glauben entspricht:
Haltet den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus, den Herrn der Herrlichkeit, frei von jedem Ansehen der Person. Wenn in eure Versammlung ein Mann mit goldenen Ringen und prächtiger Kleidung kommt, und zugleich kommt ein Armer in schmutziger Kleidung, und ihr blickt auf den Mann in der prächtigen Kleidung und sagt: Setz dich hier auf den guten Platz!, und zu dem Armen sagt ihr: Du kannst dort stehen!, oder: Setz dich zu meinen Füßen! - macht ihr dann nicht untereinander Unterschiede und fällt Urteile aufgrund verwerflicher Überlegungen?

Wenn im Evangelium (Mk 7, 31-37) Jesus den Taubstummen heilt, kommt der Bezug zu dem, was als 1. Lesung aus dem Jesajabuch zu hören war, schnell wieder ins Bewusstsein: Mit Jesus fängt diese Vollendung des Werkes Gottes schon hier auf Erden an.

Doch auch die 2. Lesung scheint mir nicht ohne Bedeutung dafür zu sein: Wenn wir so handeln, wie es dem Glauben entspricht, beginnt das Gute auch hier und heute schon.

Es erinnert mich an Rupert Neudeck, der das "Komitee Cap Anamur" und 2003 die "Grünhelme" gegründet hat. Seinem Einsatz verdanken Hunderttausende in Asien, Afrika und Lateinamerika ihr Leben.

Lebensstationen lassen sich in seinem neuen Buch nachverfolgen, das er zusammen mit seiner Frau Christel verfasst hat: "Zwei Leben für Menschlichkeit". Erlebnisse bei Hilfseinsätzen wechseln sich ab mit Interviews, die Christel Neudeck mit Helfern aus der jeweiligen Region geführt hat.

Mich fasziniert, mit welcher Unermüdlichkeit das Ehepaar Neudeck bereit ist, sich für Benachteiligte auch in den entferntesten Ecken des Globus einzusetzen - also gerade für die Menschen, die sonst keine "Lobby" haben und wahrlich nicht zu den angesehenen "in prächtiger Kleidung" gehören, sondern eher zu den "Armen", von denen in der zweiten Lesung heute die Rede ist. Ein solcher Einsatz scheint mir wie eine Antwort auf Jesu Ruf "Effata! Öffne dich!" zu sein.

"Haltet den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus, den Herrn der Herrlichkeit, frei von jedem Ansehen der Person." ...
Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich!
Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.










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